Vergütungstabelle Berufsbetreuer 2026

Alle 16 Fallpauschalen nach dem Vormünder- und Betreuervergütungsgesetz (VBVG) in der Fassung ab 1. Januar 2026 – für Stufe 1 und Stufe 2, mittellose und nicht mittellose Betreute, mit Monats-, Quartals- und Jahreswerten zum Nachschlagen.

16
Fallpauschalen
2
Vergütungsstufen
98–427 €
Spanne pro Monat
1.1.2026
gültig seit

Diese Seite ist die reine Nachschlagetabelle. Wer lieber klickt statt sucht, nimmt den VBVG-Vergütungsrechner: vier Auswahlen, und die passende Pauschale steht da. Hier dagegen stehen alle Werte auf einmal, zum Ausdrucken, Vergleichen und Kalkulieren.

Quelle aller Beträge ist die Anlage zu § 8 Abs. 1 VBVG in der Fassung des Kostenrechtsänderungsgesetzes 2025 (BGBl. 2025 I Nr. 109). Stand der Tabelle: 13. Oktober 2026.

Anlage zu § 8 Abs. 1 VBVG

Die Vergütungstabelle 2026 – Monat und Quartal

Links die Pauschale pro Monat, daneben der Quartalsbetrag (Monat × 3), den Sie beim Betreuungsgericht einreichen. Die höheren Werte gelten in den ersten zwölf Monaten einer Betreuung, ab dem 13. Monat die niedrigeren.

Stufe 1 — ohne Hochschulabschluss
§ 8 Abs. 2 Nr. 2 VBVG · Werte in € · Monat und Quartal (3 Monate)
Vermögen Aufenthalt Monate 1–12 Ab Monat 13
MonatQuartalMonatQuartal
MittellosAndere Wohnform247 €741 €144 €432 €
MittellosStationäre Einrichtung208 €624 €98 €294 €
Nicht mittellosAndere Wohnform325 €975 €192 €576 €
Nicht mittellosStationäre Einrichtung233 €699 €115 €345 €
Stufe 2 — mit Hochschulabschluss
§ 8 Abs. 2 Nr. 1 VBVG · Werte in € · Monat und Quartal (3 Monate)
Vermögen Aufenthalt Monate 1–12 Ab Monat 13
MonatQuartalMonatQuartal
MittellosAndere Wohnform324 €972 €190 €570 €
MittellosStationäre Einrichtung275 €825 €130 €390 €
Nicht mittellosAndere Wohnform427 €1.281 €250 €750 €
Nicht mittellosStationäre Einrichtung305 €915 €155 €465 €
Ihren Fall direkt ausrechnen? Stufe, Vermögen, Wohnform und Zeitraum anklicken, der Rechner zeigt Monat, Quartal und Jahr.
Zum Vergütungsrechner

Tipp: Diese Seite lässt sich über die Druckfunktion Ihres Browsers als übersichtliche Tabelle ausdrucken, Kopf- und Fußzeile werden dabei ausgeblendet.

€
Alles schon drin — keine Extrarechnungen Die Beträge sind eine Pauschale: Porto, Telefon, Fahrtkosten, Schreibauslagen sind bereits enthalten (§ 10 VBVG). Daneben kommt nur der Ersatz berufsspezifischer Dienste nach § 1877 Abs. 3 BGB in Betracht, etwa wenn ein Rechtsanwalt als Betreuer anwaltlich tätig wird.
So lesen Sie die Tabelle

Vier Fragen bestimmen die Pauschale

Die Systematik ist einfach: 2 Stufen × 2 Vermögen × 2 Wohnformen × 2 Zeiträume = 16 Pauschalen. Für jeden Betreuten beantworten Sie vier Fragen, dann steht die Zeile fest.

§ 8 Abs. 2 VBVG

1. Welche Stufe habe ich?

Stufe 1 ohne Hochschulabschluss (ehemals Tabellen A und B), Stufe 2 mit Hochschulabschluss in einem betreuungsrelevanten Fach (ehemals Tabelle C). Das Gericht legt die Stufe bei der Bestellung fest. Wer vor 2019 schon tätig war, behält seine Einstufung unter der neuen Bezeichnung.

§ 1880 BGB · § 90 SGB XII

2. Ist der Betreute mittellos?

Mittellos ist, wer das Schonvermögen nicht überschreitet (für Alleinstehende aktuell 10.000 €). Dann zahlt die Staatskasse, und die niedrigere Pauschale gilt. Bei nicht mittellosen Betreuten wird die Vergütung dem Vermögen entnommen. Was genau geschont bleibt: Ratgeber Schonvermögen und Mittellosigkeit.

§ 9 Abs. 3 VBVG

3. Wo wohnt der Betreute?

Stationäre Einrichtung: Pflegeheim, Eingliederungshilfe, dauerhafter Krankenhausaufenthalt und vergleichbare Einrichtungen mit Rund-um-die-Uhr-Versorgung. Alles andere, auch betreutes Wohnen und die eigene Wohnung mit Pflegedienst, ist „andere Wohnform“ mit höheren Pauschalen.

Anlage zu § 8 Abs. 1 VBVG

4. Wie lange läuft die Betreuung?

Monate 1 bis 12 ab Bestellung: die höhere Pauschale, weil in der Einarbeitung die meiste Arbeit anfällt. Ab dem 13. Monat dauerhaft die niedrigere. Weitere Absenkungen wie früher (Monat 25) gibt es nicht mehr.

Beispiel: Eine Betreuerin mit Studium (Stufe 2) betreut einen nicht mittellosen Klienten, der in seiner eigenen Wohnung lebt (andere Wohnform). Im ersten Jahr stehen ihr 427 € pro Monat zu, also 1.281 € pro Quartal. Ab dem 13. Monat sind es 250 € pro Monat, also 750 € pro Quartal.

Zum Kalkulieren

Jahresvergütung: erstes Jahr und Folgejahre

Für Budget und Planung zählt das Jahr. Im ersten Betreuungsjahr gilt zwölfmal die höhere Pauschale, ab dem zweiten Jahr zwölfmal die niedrigere. Vier typische Konstellationen als Beispiel, die übrigen ergeben sich aus der Tabelle oben.

Konstellation1. JahrAb 2. JahrDifferenz
Stufe 1 · mittellos · stationär2.496 €1.176 €1.320 €
Stufe 1 · nicht mittellos · andere Wohnform3.900 €2.304 €1.596 €
Stufe 2 · mittellos · stationär3.300 €1.560 €1.740 €
Stufe 2 · nicht mittellos · andere Wohnform5.124 €3.000 €2.124 €

Die Pauschale sinkt im 13. Monat also um rund die Hälfte. Wer mehrere Betreuungen führt, sollte das Bestellungsdatum jedes Klienten im Blick behalten: Der Wechsel passiert nicht zum Kalenderjahr, sondern zwölf Monate nach der Bestellung.

Gut zu wissen

Was seit 2026 nicht mehr in der Tabelle steht

Wer die Vergütung bis 2025 kennt, vermisst in der neuen Tabelle einige Posten. Das ist kein Fehler: Mit der Reform sind sie ersatzlos entfallen und in die höheren Pauschalen eingerechnet worden.

Weiter möglich ist neben der Pauschale nur der Ersatz berufsspezifischer Dienste nach § 10 VBVG in Verbindung mit § 1877 Abs. 3 BGB, etwa anwaltlicher Tätigkeit eines als Betreuer bestellten Rechtsanwalts. Für Abrechnungsmonate, die noch vor 2026 liegen, gilt über die Übergangsregelung des § 19 VBVG die alte Tabelle weiter, Einzelheiten dazu im Abschnitt Übergangsregelung des Rechners.

🧮
Lieber klicken statt suchen? Der VBVG-Rechner
Stufe, Vermögen, Wohnform, Zeitraum auswählen, und Monats-, Quartals- und Jahreswert stehen sofort da. Dazu Beispielrechnungen und die Übergangsregelung.
→

Häufige Fragen zur Vergütungstabelle

Kurz beantwortet, was beim Lesen der Tabelle am häufigsten gefragt wird.

Wie viele Fallpauschalen gibt es im VBVG 2026?
Das VBVG 2026 kennt 16 Fallpauschalen. Sie ergeben sich aus zwei Vergütungsstufen, zwei Vermögensstati, zwei Wohnformen und zwei Zeiträumen. Die alte Tabellenstruktur (A, B, C) mit 60 Pauschalen wurde abgelöst. Stufe 1 entspricht im Wesentlichen den alten Tabellen A und B, Stufe 2 der bisherigen Tabelle C.
Welche Pauschale gilt in welchem Monat?
In den ersten zwölf Monaten einer Betreuung gilt die höhere Pauschale aus der Spalte „Monate 1–12“. Ab dem 13. Monat gilt dauerhaft die niedrigere Pauschale aus der Spalte „Ab Monat 13“. Weitere Stufen oder spätere Absenkungen gibt es seit 2026 nicht mehr.
Was bedeutet mittellos in der Vergütungstabelle?
Der Vermögensstatus nach § 1880 BGB entscheidet über die Höhe der Fallpauschale und die Zahlstelle. Bei mittellosen Betreuten zahlt die Staatskasse; bei nicht mittellosen Betreuten wird die Vergütung dem Vermögen entnommen. Als mittellos gilt, wer das Schonvermögen nach § 90 SGB XII nicht überschreitet (für Alleinstehende aktuell 10.000 €).
Was zählt als stationäre Einrichtung?
Als stationäre Einrichtung zählen Pflegeheime, Einrichtungen der Eingliederungshilfe, Krankenhäuser bei dauerhaftem Aufenthalt und vergleichbare Einrichtungen mit Rund-um-die-Uhr-Versorgung. Betreute Wohngruppen ohne ständige Pflegekräfte, ambulant betreutes Wohnen und eigene Wohnungen mit Pflegedienst fallen unter „andere Wohnform“ mit höheren Pauschalen.
Wie rechne ich Quartal und Jahr aus der Tabelle aus?
Quartal = Monatspauschale × 3. Das ist die Größe, die beim Betreuungsgericht eingereicht wird (§ 14 VBVG). Jahresvergütung im ersten Betreuungsjahr = 12 × Pauschale „Monate 1–12“, ab dem zweiten Jahr = 12 × Pauschale „Ab Monat 13“. Die Quartalswerte stehen bereits in der Tabelle.
Sind Porto, Fahrtkosten und Telefon in der Pauschale enthalten?
Ja. Die Beträge sind eine Pauschale: Porto, Telefon, Fahrtkosten und Schreibauslagen sind bereits enthalten (§ 10 VBVG). Daneben kommt nur der Ersatz berufsspezifischer Dienste nach § 1877 Abs. 3 BGB in Betracht, etwa anwaltliche Tätigkeit eines als Betreuer bestellten Rechtsanwalts.
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Die Tabelle, die mitdenkt.
BetreuSoft kennt Stufe, Vermögensstatus, Wohnform und Bestellungsdatum jedes Klienten und rechnet die Vergütung für alle Betreuungen automatisch, Quartal für Quartal.
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